Beikost einführen – worauf Sie beim Beikoststart achten sollten

Zu einem bestimmten Zeitpunkt fragt sich jede Mutter, ab wann Beikost eingeführt werden sollte, um die Milchmahlzeiten nach und nach zu ersetzen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt den Beikoststart ab dem sechsten Lebensmonat. In der Zeit davor wird empfohlen, Säuglinge ausschließlich mit Muttermilch zu versorgen. Falls das nicht möglich ist, kann für das erste halbe Jahr auch auf Pre Nahrung zurückgegriffen werden.

Egal ob mit Fertigmilch oder Muttermilch, Ihr Kind wird optimal mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt. Allerdings ist auch klar, dass der Nährstoffgehalt irgendwann für das steigende Wachstums Ihres Babys nicht mehr ausreicht. In der Regel ist dies bei den meisten Babys um den sechsten oder siebten Lebensmonat der Fall. Zeit also für den sicheren Beikoststart! Worauf Sie beim Einführen von Beikost achten müssen, erfahren Sie hier.

Wann ist mein Baby bereit für den Beikoststart?

Wenn Sie Beikost einführen möchten und sich unsicher sind, ab wann Beikost für Ihren Säugling Sinn macht, können Sie sich an den folgenden Anzeichen orientieren:

  • Wenn Ihr Baby deutliches Interesse an Ihrem Essen signalisiert: Das kann sich beispielsweise darin zeigen, dass die Augen Ihres Babys dem Löffel oder der Gabel hinterherwandern oder selber kaut und an den eigenen Fingern lutscht
  • Wenn Ihr Baby mehr sabbert als zuvor: das ist ein Zeichen dafür, dass die Verdauungsenzyme bereit sind und feste Nahrung verdaut werden kann
  • Wenn Sie bemerken, dass die normalen Mahlzeiten nicht mehr ausreichend sind: Babys können Bedürfnisse sehr gut kommunizieren, in dem sie beispielsweise immer häufiger nach der Brust oder Flasche verlangen
Für den Beikoststart empfiehlt es sich, zunächst mit sanften Gemüsebreis zu beginnen.

Bereit für neue Geschmäcker

Mit der Einführung von Beikost wird der Speiseplan Ihres Schatzes natürlich deutlich bunter und abwechslungsreicher, als zuvor. Ihr Baby wird zahlreiche Geschmäcker kennen lernen und auch schnell zeigen, was er oder sie mag und was Mama beim nächsten Mal selber essen darf. Um den Beikoststart für alle Beteiligten gelingen zu lassen, empfiehlt es sich, zunächst mit geschmacksarmen Gemüsebreis wie Pastinake, Möhre oder Kürbis zu starten. Tolle Rezepte zum Nachmachen finden Sie beispielsweise hier.

Wenn Sie Beikost einführen möchten, heißt das nicht, dass Sie nicht auch weiter stillen können. Ganz im Gegenteil: in den ersten Wochen/Monaten können Sie die feste Nahrung wunderbar mit Muttermilch oder Pre Nahrung ergänzen. 

Beikoststart planen: Schritt für Schritt in Richtung Familienkost

Eins ist klar: Wer für sein Kind Beikost einführen möchte, sollte sich nicht unter Druck setzen. Der Prozess ist ein ganz natürlicher und auch Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung oder des Forschungsinstituts für Kinderernährung dienen immer nur als grobe Orientierungshilfe. Dabei werden insbesondere allgemeine ernährungs- und entwicklungspsychologische Anforderungen im Säuglingsalter berücksichtigt. Grundsätzlich gilt, zunächst nur eine Milchmahlzeit pro Monat vollständig durch eine Beikost-Mahlzeit zu ersetzen. 

Kinder können in der Regel ab dem 5. oder 6. Lebensmonat alle Nährstoffe wie Stärke im Magen verdauen, sodass zu diesem Zeitpunkt grundsätzlich auch mit dem Einführen von Beikost begonnen werden kann.

Der erste Brei 

Ernährungsexperten empfehlen zunächst nur die Mittagsmahlzeit durch einen Mittagsbrei zu ersetzen. Dieser erste Brei sollte nur aus einem milden Gemüse (wie Pastinake, Möhre oder Kürbis) bestehen und für eine ganze Woche gegeben werden, bis Sie schließlich Kartoffeln hinzufügen können. Nach einer weiteren Woche dann können Sie auch Fleisch oder Fisch auf den Speiseplan setzen. Wenn Sie einen Monat lang einen Mittagsbrei gegeben haben, können Sie ab dem siebten Lebensmonat auch eine Abendmahlzeit mit einem Brei ersetzen. Wir haben für Sie einen ausdruckbaren Beikostplan erstellt, den Sie hier herunterladen können.

Tipps zum Beikoststart

Beikost soll Spaß machen! Geben Sie Ihrem Baby Zeit, sich an diese neue Lebensphase zu gewöhnen. Einige Kinder freuen sich darauf, wenn Sie Beikost einführen, während andere lieber möglichst lange nur an der vertrauen Brust oder Flasche nuckeln möchten. Falls es nicht direkt klappt, können Sie es auch erstmal aussetzen und in ein paar Tagen später erneut versuchen. Denn das Essen sollte ein Genuss und eine Freude sein – das ist auch in den ersten Lebensmonaten wichtig und kann sich auf die spätere Psyche Ihres Kindes auswirken. 

Unsere Tipps:

  • Wecken Sie Vorfreude, indem Sie Ihrem Baby zeigen, wie viel Spaß es macht mit dem eigenen Löffel zu essen
  • Kein Druck und kein Stress ausüben: wenn Ihr Baby nicht möchte, probieren Sie es in ein paar Tagen nochmal
  • Bereiten Sie sich vor: Babylöffel, Geschirr und einige andere Dinge (s. unten) können den Beikoststart erleichtern

Die richtige Sitzgelegenheit 

Wenn Sie sich entschieden haben, dass Sie Beikost einführen möchten, ist es zunächst erstmal egal, ob Ihr Kind schon aufrecht sitzen kann oder nicht. Falls das noch nicht der Fall ist, können Sie Ihr Kind zum Beispiel in eine Babywippe setzen oder es einfach auf den Schoß nehmen und von dort aus füttern. Eine Babywippe bietet den Vorteil, dass der Rücken Ihres Babys gestützt wird und es stabil und leicht aufrecht sitzt, um das Essen in Ruhe zu genießen. So haben auch Sie die Hände frei. Für ältere Kinder empfiehlt sich ein mitwachsender Hochstuhl, den Ihre Kinder auch noch im Kindesalter verwenden können. Diese Stühle wie der Hochstuhl von tiSsi sind in der Regel mit einem vorgelagerten Tisch ausgestattet, auf den Sie dann auch selbst geschnittenes Obst und Gemüse legen können. Achten Sie auf jeden Fall darauf, dass der Hochstuhl kippsicher ist.

Der richtige Löffel für den ersten Brei

Damit der Beikoststart bestmöglich gelingt, sollten Sie einen Löffel verwenden, mit dem Ihr Schatz einerseits gut essen kann, der gleichzeitig aber auch den noch empfindlichen Mundraum nicht verletzt. Sie können dafür handelsübliche Teelöffel verwenden oder einen speziellen Babylöffel aus Kunststoff.

Das richtige Geschirr

Spätestens, wenn Ihr Kind auf dem Hochstuhl sitzt, sollten Sie auch hier bruchsicheres Kindergeschirr aus Kunststoff oder Bambus verwenden. Denn auch die aufmerksamsten Eltern werden feststellen, dass Teller oder Schüsseln zu irgendeinem Zeitpunkt mal auf dem Boden landen werden. So entstehen dann auch keine Scherben, die zu einer Gefahr für das Baby werden könnten.

Der richtige Trinkbecher

Vor dem Beikoststart bekommt Ihr Baby, alles, was es benötigt, durch die Muttermilch beziehungsweise Pre Nahrung. Das ändert sich allerdings, sobald Sie Beikost einführen. Ihr Baby wird zunächst nicht viel Durst haben, aber idealerweise sollte es schon bei der ersten Beikostmahlzeit die Möglichkeit haben, Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Falls Ihr Baby bereits durch die Flasche gestillt wird, können Sie für die ersten Mahlzeiten ganz einfach Wasser in eine Anti-Kolik-Flasche füllen. Damit wird Ihr Baby nicht überfordert und kann sich langsam daran gewöhnen, auch Wasser zu trinken. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Baby langsam aus einem richtigen Trinkbecher trinken kann, gibt es spezielle auf Babys abgestimmte Trinklernbecher wie diesen hier:

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Der richtige Trinkbecher

Beikost einführen bedeutet auch, dass Ihr Baby viele Lebensmittel probieren wird, die ihm zwangsläufig nicht schmecken müssen. Das ist normal und geht ja auch uns Erwachsenen nicht anders. Im Gegensatz zu uns, spucken Babys allerdings Essen gern auch direkt aus, wenn sie es nicht mögen. Gerade bei Gemüsebrei mit Rote Beete oder Ähnlichem ist es dann sehr ärgerlich, wenn es auf den Klamotten landet. Damit also nicht nach jeder Mahlzeit ein neuer Body angezogen werden muss, sollten Sie ein passendes Lätzchen kaufen, die es entweder aus Baumwolle oder auch mit speziellen Beschichtungen gibt. Unserer Erfahrung nach sind die Lätzchen am Praktischsten, die sich ganz einfach abwischen lassen:

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Wie viel isst mein Baby?

Im ersten Lebensjahr macht Ihr Kind starke Entwicklunsschübe durch. Daher benötigt es auch viele Nährstoffe. Für Stillkinder gibt es die Faustregel: 150 ml pro Kilo Körpergewicht. Wenn Ihr Schatz also beispielsweise 5 kg wiegt, sollten Sie darauf achten, dass er oder sie ca. 750 ml zu sich nimmt. 

Grob überschlagen nimmt Ihr Kind vom 6. bis zum 12. Lebensmonat ca. 100 Gramm pro Woche zu. Wie viel Nahrung nun ideal ist, kann pauschal gar nicht beantwortet werden, da es von vielen Faktoren abhängt: wie agil und aktiv ist Ihr Kind? Wie groß ist der Appetit? Wie beweglich ist es? Jedes Kind hat aufgrund der unterschiedlichen Physis auch einen unterschiedlich hohen Energiebedarf. Dementsprechend ist es auch nicht ratsam, sich allzu sehr an Richtmengen zu orientieren. Für eine grobe Orientierung kann man jedoch folgende Mengen ansetzen:

  • 6. – 7. Lebensmonat: ca. 190g pro Mahlzeit
  • 8. – 10. Lebensmonat: ca. 220g pro Mahlzeit
  • Ab dem 11./12. Lebensmonat: 220 – 250g pro Mahlzeit

Babybrei einfrieren

Gerade zum Beikoststart kann es vorkommen, dass Ihr Baby nicht viel essen wird. Daher denken viele Mütter, dass es sich oft nicht lohnt, überhaupt selber zu kochen. Allerdings können die Babybreis wunderbar eingefroren werden (das gilt natürlich auch für Breis aus dem Gläschen). Insbesondere am Anfang wird Ihr Baby tatsächlich nicht viel essen – daher kann es sich lohnen, eine Beikostdose zum Einfrieren (oder alternativ Eiswürfelbehälter) zu verwenden. Wenn Sie den Babybrei einfrieren möchten, können wir diese Dose empfehlen:

Insbesondere am Anfang wird Ihr Baby nicht viel essen – daher empfiehlt es sich, den abgekühlten Brei in kleinen Beikostdosen einzufrieren. Diese sind online oder auch in Drogeriemärkten erhältlich.

Alternativ können Sie diese Behälter auch in Drogeriemärkten erwerben.


Welche weiteren Tipps und Empfehlungen haben Sie für den perfekten Beikoststart? Schreiben Sie es gern in die Kommentare!


Weiterführende Links:

Beikost einführen – worauf Sie beim Beikoststart achten sollten
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